Warum Podcasts perfekt für die Wissenschafts-kommunikation sind


In dieser Folge von SpacEconomics diskutiert Björn Braunschweig mit Katja Bär, Leiterin der Hochschulkommunikation und Pressesprecherin der Friedrich-Schiller-Unversität Jena, und Dr. Marco Körner, Leiter des Online- und Social-Media-Teams der Hochschulkommunikation über den Stellenwert der Hochschul- und Wissenschaftskommunikation und darüber,

  • welche Gedanken sich WissenschaftlerInnen vor dem Sprung in die Podcast-Welt machen sollten,
  • warum eine Corporate-Identity von Hochschulen keine Einengung, sondern eine Chance darstellt,
  • welche Unterstützungsangebote die Hochschulkommunikation für WissenschaftlerInnen anbietet,
  • dass eine gute SprecherInnen-Stimme erlernbar ist und nicht angeboren sein muss,
  • wie sich Podcasts und Hochschullehre ergänzen können und
  • warum sich manchmal auch Themen für Podcasts eignen, die sonst eigentlich visuell übermittelt werden.

Fragen, Kommentare, Anregungen und Themenwünsche gern unten in die Kommentarbox schreiben.

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The Long Read

Die Hochschulkommunikation hat viele Aufgaben: Von der Öffentlichkeitsarbeit über interne Kommunikation und Wissenschaftskommunikation bis hin zu Marketing und Fundraising. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit sind aber auch der Aufbau und die Pflege der Corporate Identity der Universität.

„Die Hochschulkommunikation baut Brücken von der Universität in die Gesellschaft, aber auch zwischen den Angehörigen der Universität selbst.“ – Katja Bär

Auch Podcasts, die im Zusammenhang mit der FSU Jena entstehen, werden von der Hochschulkommunikation mitbetreut.  Durch die Covid-19 Pandemie haben Podcasts an Bedeutung gewonnen. Gerade im Kontext der Wissenschaftskommunikation und als Ergänzung zur universitären Lehre bereichern Audioformate das Spektrum herkömmlicher Kommunikationsmittel wie Videos oder reine Textformate.

Aus diesem Grund entstand im vergangenen Jahr der Bedarf nach einem Hosting der Podcasts durch die Universität. So können Einheitlichkeit des öffentlichen Auftritts und Qualitätsstandards über alle Stufen der Professionalisierung gewährleistet werden. Gleichzeitig stellt ein Hosting durch die Universität auch eine Unterstützung für diejenigen dar, die einen Podcast leiten oder erst planen. So kann das Multimediazentrum eine umfangreiche technische Infrastruktur zur Verfügung stellen, hilft aber bei Bedarf auch beim Schnitt und in der Produktion. Inhaltliche und redaktionelle Unterstützung sowie Hilfe bei der Umsetzung der Corporate-Identity -Richtlinien der Universität bietet wiederum die Hochschulkommunikation.

„Gerade die Leuchttürme unserer Universität möchten wir im Boot haben um zu zeigen ‚Das ist die Uni Jena‘.
Für WissenschaftlerInnen bedeutet die Universitätszugehörigkeit dabei eine größere Sichtbarkeit:
Die positiv besetzte Marke ‚Universität‘ hat einen großen Mehrwert“ – Katja Bär

Das Corporate Design umfasst dabei das gesamte äußere Erscheinungsbild, also das Layout, die verwendeten Schriften und Logos, aber auch Wording und vertretene Leitbilder. Das Hosting durch die Hochschulkommunikation stellt dabei auch sicher, dass nur angemessene Inhalte veröffentlicht werden. Das Ziel der Betreuung ist jedoch nicht die pure Vereinheitlichung und Kontrolle jedes individuellen Formates, sondern das Wahren grundlegender journalistischer und redaktioneller Standards.

Ein Corporate Design ist keine Einengung, sondern eine Chance, mehr Reichweite zu generieren.“
– Björn Braunschweig

In Podcasts wird man als ExpertIn schneller wahrgenommen als in manchen anderen Kommunikationsformaten. Dies birgt aber auch einige Herausforderungen in der Produktion. Gerade bei NachwuchswissenschaftlerInnen besteht manchmal noch wenig Erfahrung und Routine im Umgang mit öffentlichen Auftritten. Was gute Wissenschaftskommunikation ausmacht, wie man sich am besten präsentiert und wie man mit möglichen Schwierigkeiten – wie z.B. negativen Reaktionen – umgehen kann, erarbeitet die Hochschulkommunikation in Gesprächen mit allen Podcastleitenden.

„Als WissenschaftlerIn muss man überlegen, in welcher Rolle man sich an die Öffentlichkeit wendet.
Als Angehöriger der Universität etwa spricht man immer auch in ihrem Namen.“
– Marco Körner

Am besten wendet man sich bereits in der Planung eines neuen Podcasts an Marco Körner. Je früher ein Austausch entsteht, desto fruchtbarer sind die Ergebnisse. Anfangs geht es dabei um grundlegende Fragen: etwa welches Thema behandelt werden soll, inwiefern eine Dauerhaftigkeit gewährleistet werden kann und ob der entstehende Aufwand richtig eingeschätzt wird und umsetzbar ist. Hierfür ist es sinnvoll, im Vorhinein einen Redaktionsplan zu erstellen. Dieser sollte die geplanten Inhalte und Themen darstellen und eine Botschaft formulieren, die der Podcast senden soll. Außerdem sollte die Zielgruppe eingegrenzt und analysiert werden, um sicherzustellen, dass sie später mit dem Podcast auch erreicht wird.

Podcasts sind ein lebendiges Format und auch mit einem bestehenden Konzept bleiben immer Möglichkeiten der Verbesserung. Nicht zu unterschätzen ist hierbei auch die Rolle von Kritik und Selbstkritik für die Weiterentwicklung eines bestehenden Podcasts.

„Ein guter Podcast zeichnet sich dadurch aus, dass man Feedback bekommt.
Wenn man dieses dann aufgreift, wird der Podcast immer besser und auf die Zielgruppe zugeschnitten.
So entsteht eine positive Rückkopplung“ – Marco Körner

Podcasts haben als Kommunikationsformat einige Vorteile. Sie sind vergleichsweise niedrigschwellig zu produzieren und man kann eine große Reichweite erzielen. Außerdem entsteht eine besondere Nähe zu den ZuhörerInnen, die Podcasts zeitlich und örtlich flexibel in ihrem Alltag hören können. Eine gute Erzählstimme und ein flüssiges Gespräch erzeugen eine nahezu intime Atmosphäre – ein klares Alleinstellungsmerkmal gerade im Gegensatz zu reinen Textformaten. Podcasting hat allerdings auch seine Grenzen: Einige Themen sind sehr komplex oder erschließen sich visuell deutlich leichter. Es kann aber auch eine spannende Herausforderung sein, auch diese Themen in Podcasts aufzugreifen. Man wird motiviert, um die Ecke zu denken, kreativ zu werden und so spannende Ergebnisse zu erzielen.

„Das vergangene Jahr hat gezeigt, welche Möglichkeiten es über gewöhnliche Lehrveranstaltungen
hinaus zur Vermittlung von Lehrinhalten gibt. Gerade Podcasts eigenen sich dabei gut,
um StudentInnen und auch anderen Interessierten einen neuen Zugang zum Fach zu bieten“
– Björn Braunschweig

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Links und Hinweise zur aktuellen Folge

Ein Gedanke zu „Warum Podcasts perfekt für die Wissenschafts-kommunikation sind“

  1. Pingback: Podcast in der Lehre – PTDB.drdeimann.de

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